Mestemacher GmbH

Herausforderung

Der Standort der Mestemacher GmbH liegt im Herzen von Gütersloh. Umgeben von Misch- und Wohnbebauung produziert das Unternehmen seit 150 Jahren am Standort Gütersloh Brot und Backwaren. Produziert werden pasteurisierte Brotspezialitäten mit einer natürlichen langen Genussfrische in ungeöffnetem Zustand. Verkauft werden die gebackenen Spezialitäten sb-verpackt über das Brotregal des deutschen und internationalen Lebensmitteleinzelhandels. In der Marktnische lang haltbarer Vollkornbrote und Pumpernickel ist Mestemacher Weltmarktführer. Der Gütersloher Standort der Mestemacher-Gruppe produziert Backwaren und Vollkornbrote und ist in der Unternehmensgruppe der outputstärkste. Die Wärme- und Kälteversorgung musste an die steigende Produktion angepasst werden und war grundsätzlich zu erneuern. Die einzelnen dezentralen heizölbefeuerten Wärmeerzeuger hatten ihr Lebensende erreicht und hielten mit den gestiegenen Anforderungen nicht mehr Schritt. Aufgrund der umgebenden Bebauung und des mangelnden Platzes auf dem Betriebsgelände musste eine Lösung gefunden werden, gleichzeitig den Anforderungen an eine neue zentrale und hocheffiziente Energieversorgung zu entsprechen und dabei keinen produktionsrelevanten Platz in Anspruch nehmen zu dürfen.     

Lösung

Zur Senkung der Energiekosten sowie zur Erhöhung der Effizienz wurde in den Jahren 2011 und 2012 eine bis dahin in der Bäckereiindustrie einmliage Anlage errichtet. Die neue KWKK-Anlage wurde in Containerbauweise auf dem Dach des Betriebsgebäudes der Mestemacher GmbH am Standort Gütersloh realisiert. Bei dem Hauptaggregat handelt es sich um ein mit Erdgas betriebenes Gasmotoren- Blockheizkraftwerk mit einer Feuerungswärmeleistung von 2,05 MW. Durch den Abgasstrom des Gasmotors wird mittels eines Thermalölwärmeübertragers sowie eines nachgeschalteten Abhitzedampferzeugers die thermische Leistung in Form von Thermalöl und Dampf für den Produktionsprozess der Mestemacher GmbH bereitgestellt. Die Motorkühlwärme des Gasmotors wird auf Niedertemperaturniveau zu Heizzwecken und Kälteerzeugung mittels einer Kälteabsorptionsmaschine genutzt.

Die erzeugte Dampfmenge wird der bestehenden Dampfsammelschiene zugeführt und weiter an die Wärmeverbraucher geleitet. Bei geringer Dampfabnahme wird der erzeugte Dampf in einem dafür ausgelegten Dampfspeicher bei einem Druckniveau von 8 bar(a) eingespeichert und anschließend in Spitzenlastzeiten mit 2 bar(a) in den Produktionsprozess abgegeben. Dies führt zu einer kontinuierlichen Auslastung des Gasmotorenaggregats. Die produzierte Dampfmenge wird durch den Dampf aus den vorhandenen  und erneuerten Dampferzeugern so ergänzt, dass eine vollständige und redundante Dampfversorgung jederzeit gewährleistet ist.

Das über einen Thermalölwärmetauscher erwärmte Thermalöl wird über einen neu installierten Primärkreislauf dem vorhandenen Thermalölofensystem zugeführt. Die Regelung und endgültige Temperatureinstellung, die für jeden Backvorlauf variieren kann, übernimmt der vorhandene Brenner im neuen Sekundärkreislauf.

Die aus dem Motor aufgenommene Wärme wird mit Hilfe eines Plattenwärmeübertragers auf den sekundären Kühlkreislauf übertragen. Die hier anfallende Niedertemperaturabwärme wird sowohl zur Speisewasservorwärmung als auch zum Betrieb einer Kälteabsorptionsmaschine und für Heizzwecke eingesetzt.

Die Kälteabsorptionsmaschine produziert Kälte für die Raumklimatisierung und Produktabkühlung. Sie wird mit einem konstanten Wärmestrom von 350 kW aus dem BHKW versorgt.

Der im Generator im Gasmotor bei 400 V und mit 849 kW erzeugte Strom wird direkt der Mittelspannungsstation von Mestemacher zugeführt, von dort erfolgt die direkte Weiterleitung an die Verbraucher von Mestemacher und an die Verbraucher innerhalb des BHKWs. Der überschüssige Strom wird über den vorhandenen Transformator in das vorgelagerte Netz der Stadtwerke Gütersloh eingespeist.

Auftraggeber

Großbäckerei Mestemacher GmbH

Realisierung
04

Fakten

  • komplexe Anlagenkombination zur Sicherung der hohen Anforderung der Produktion an die Versorgungssicherheit gepaart mit höchster Effizienz bei gleichzeitig schwankendem Wärmebedarf
  • Errichtung in Containerbauform auf dem Dach der vorhandenen Produktion unter Berücksichtigung der statischen und dynamischen Lasten
  • Komplexe Bauablaufplanung und mannigfaltige Herausforderungen während des Aufbaus bei laufendem Betrieb
  • Erhitzung von Thermalöl aus dem Abgas des BHKWs
  • Dampfauskopplung über einen Abhitzekessel
  • Errichtung und Betrieb eines Dampfspeichers
  • Umstellung einiger Prozesse auf Warmwasserbeheizung
  • Umschluss auf neue Versorgungslösung ohne produktionsseitigen Stillstand
  • Elektrische Leistung des BHKWs 850 kW
  • Thermische Leistung des BHKWs 960 kW
  • Kälteleistung der Absorptionskälteanlage 100 kW
  • Geförderter Dampfspeicher mit 70 m³ Speichervolumen

Artikel "BHKW des Monats 03/2013" Energie & Management

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